Leichte Wanderung am Staufenhang

Kelkheim und seine Ortsteile bieten durch ihre geographische Lage zahlreiche Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten. So laden viele markierte und unmarkierte Wege zum Wandern und Spazieren ein. Wer zwar in den Bereichen von Rossert und Staufen ebene Wege  sucht, wird sie nur in geringer Zahl finden. Einer von diesen wird im folgenden als Rundwanderweg mit dem Beginn an einer Haltestelle des Stadtbusses vorgeschlagen. Parkmöglichkeiten für das eigene Auto in der Nähe der Haltestelle  sind vorhanden. Da der ausgesuchte Rundwanderweg starke Steigungen meidet und häufig wechselnde Umgebungsbilder bietet, ist er für solche Interessenten vorgesehen, die  sich einen Gang an der frischen Luft ohne allzu große Mühe mit oder ohne Einkehr wünschen. Er kann ohne Weiteres an einem Nachmittag gelaufen werden.

Es geht los in Fischbach an der Haltestelle Staufenstraße der Buslinien 804 und 806 in der Kelkheimer Straße, 241m  ü. M. Bei der nahe liegenden Fußgängerampel überquert man die Kelkheimer Straße und läuft die leicht ansteigende Staufenstraße aufwärts, bis man nach ungefähr 10 Minuten den Rand des Staufenwaldes erreicht. Hier vertraut man sich dem gegenüber beginnenden Chaiseweg an. Schild mit dem Wegenamen an der rechten Wegseite.

Den Namen gaben ihm  die Fischbacher Einwohner, nachdem der Frankfurter Bankier Baron Albert von Reinach im Jahr 1880 seinen Sommersitz wenig unterhalb des Staufengipfels erbaut hatte und mit einem  solchen Wagen diese Zufahrtsstrecke befuhr.

Auf dem Weg gelangt man am Staufenhang ohne Anstrengung weiterhin leicht ansteigend aufwärts. In einer Haarnadelkurve verhalf im Frühjahr 1990 der Orkan Wiebke zu einer Aussichtstelle. Danach geht es weiter auf dem Chaiseweg. Zwei Wegeschilder in dieser Kurve zeigen die richtige Richtung. Bald darauf weist ein Holzschild daraufhin, daß hier das Gebiet des Frankfurter Stadtwalds beginnt. Nach wenigen Minuten an einer Weggabelung, bietet sich links auf der höchsten Stelle der Rundwanderung, 352,6m ü. M, eine Sitzgruppe zur Rast an. Das an einem Baum befindliche Schild "Henrici-Ruhe" erinnert an einen langjährigen Vorsitzenden des Gesamttaunusklubs.

Von diesem Rastplatz öffnet sich ein herrlicher Panoramablick vor allem  auf Fischbach, aber auch auf alle benachbarten Ortschaften und einen großen Teil von der Vortaunuslandschaft. Bei dem Betrachten des Ortes Fischbach von diesem Aussichtsplatz aus ist das Straßendorf aus der Vorkriegszeit mit der Kirche in der Ortsmitte und die Erweiterungen während der Zeit nach den Kriegsjahren zu erkennen. Während dieser Zeit erhöhte sich die Einwohnerzahl von 1300 im Jahre 1939 auf 5700 im Jahr 1980. Links liegt Ruppertshain mit seinem in den Jahren 1904 und 1905 erbauten großem Gebäude der Heilstätte für an Lungentuberkulose erkrankten Patienten. Im Jahr 1982 war die Krankheit in der Bevölkerung soweit abgeklungen, so daß die Anstalt geschlossen werden konnte. Ihren Namen "die Husteburg" hat sie jedoch behalten. Weiter rechts beherrscht über Kelkheim  das in den Jahren1908/1909 erbaute Franziskanerkloster mit seinem markanten Kirchturm die Landschaft, während dahinter in der Ferne die Hochhäuser von Frankfurt die Nähe dieser Großstadt zeigen. Hier haben diese hohen Verwaltungs- und Bürohäuser—das Bankgebäude der Commerzbank ist ohne Antennenmast 258m hoch—schon lange die Sicht auf den nur 95m hohen Kaiserdom  verdeckt.

Für den Weiterweg wechselt man an dieser Weggabelung vom befestigten Chaiseweg auf den geradeausführenden breiten Wirtschaftsweg, an dem die Forstverwaltung entsprechend dem nahen Felsen das Schild "Kleiner-Mannstein-Weg" anbringen ließ. Auf diesem Wegstück verläßt man bald wieder den Frankfurter Stadtwald, wie ein verstecktes Schild auf der linken Wegseite informiert. Der Weg verläuft weiterhin fast eben und quert bald einen schmalen, steilen Pfad mit der Markierung Schwarzer Strich. Dieser führt nach links auf streckenweise unbequemen Abkürzungsstrecken abwärts auch zur Landgaststäte Hof Gimbach und weiter zum Kelkheimer Bahnhof. Geradeaus trifft man an der nächsten Wegkreuzung auf den Amtsbotenweg.

Dieser früher bedeutende Weg diente den Amtsboten bei ihren Kurierdiensten zu Fuß zwischen Eppstein und Höchst. Nach einer hiesigen Erzählung soll ungefähr im Jahr 1780 auf diesem Weg der Amtsbote Johann Sauer vom Schinderhannes überfallen worden sein. Er sollte vermutet haben, daß der Bote auf dem Weg von der Behörde in Höchst ihn belastende Papiere nach Eppstein bringen würde. An der Stelle des Überfalls steht heute das Schinderhanneskreuz mit entsprechender Inschrift.

Links geht es jetzt ab dieser Wegkreuzung auf dem Amtsbotenweg weiter. Der bald nach links abbiegende Staufenhangweg führt auf ebener Strecke auch nach Fischbach. Der Rundwanderweg führt aber weiter geradeaus auf eine asphaltierte Straße mit der Markierung Roter Strich, der man jetzt bis Fischbach folgt. Zuerst links Richtung Kelkheim, dann am Waldrand vor dem Gelände der Firma VARTA abermals links und nun noch 10 Minuten bis zur Landgaststätte Hof Gimbach. Vorher passieren wir linkerhand eine große Wegetafel, die zeigt, daß dieser Hof an dem Verlauf vieler Wanderwege liegt.

Die Wirtin heißt Einzelwanderer, Wandergruppen, sowie auch Familien mit Kindern willkommen. Für die Kurzweil der Kinder sorgt die verkehrsfreie Umgebung, die vielseitigen Geräte auf dem Spielplatz neben der Gartenwirtschaft als auch die Möglichkeit des Kontaktes zu zahlreichen Haustieren. Die freien Flächen rund um den Hof entsprechen dem Bewegungstrieb der jungen Gäste. Im Garten informiert eine Tafel über die Geschichte einer uralten Walfahrtskapelle, die bis zu ihrem Abbruch im Jahre 1830 an dieser Stelle stand. Die Speisekarte mit einem vielseitigen Angebot der regionalen Küche für Kinder und Erwachsene bietet eine große Auswahl. Geöffnet ist täglich außer Mittwoch ab 1400 Uhr und am  Samstag und Sonntag bereits ab 1100 Uhr. Im November ist wegen Betriebsferien geschlossen. Im  Innenraum des Hofes steht ein Speierling (Sorbus domestica). Eine Seltenheit im Vortaunus. Seine Früchte, die den Vogelbeeren ähnlich sehen, wird zur der Herstellung eines guten Apfelweins verwandt. Sie verleihen ihm die goldene klare Färbung, den herben Geschmack und eine bessere Haltbarkeit.

Das letzte Stück des Rundganges bis in die Nähe der Bushaltestelle in der Kelkheimer Straße folgt man dem Wanderzeichen R1. Dabei hat man wieder Ausblicke auf die Klosterkirche, auf die Bergkette des Südtaunus und auf die Frankfurter Hochhäuser und geht dabei in der freien Landschaft an Streuobstwiesen, bestellten Feldern und Wiesen vorbei und erreicht den äußeren Rand des Ortsteiles von Kelkheim-Fischbach. Hier weiterhin geradeaus bis zur Staufenstraße. Auf dieser rechts abwärts erreicht man die Kelkheimer Straße
nahe der Haltestelle des Stadtbusses.

Für die Begehung des ungefähr 6 km langen Rundwanderweges werden 1,5 bis 2 Stunden benötigt.

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