Wanderung durch das Schmiehbachtal

Die beschriebene Rundwanderung mit einer Länge von ca. 5,5 km Länge bedarf keiner besonderen Anstrengung und ist bei Tagen mit frühzeitigem Einbruch der Dämmerung für die Zeit zwischen Mittagessen und Kaffeepause bestens geeignet. Der Weg führt von Hornau, an der Klosterkirche und am Kelkheimer Friedhof vorbei ins Schmiehbachtal und zurück über die Fasanenstraße und Hornauer Straße zur Ausgangsstelle. Die Wanderstrecke verläuft fast ausschließlich abseits vom Straßenverkehr und ist bei jedem Wetter begehbar.

Unsere Wanderung beginnt in Hornau in der Rotlintallee nahe der katholischen Kirche St. Martin. Für die Autofahrer bestehen hier immer Parkmöglichkeiten, für die Benutzer der Omnibusse der Linien 804 und 806 sind es nur wenige Schritte von der Haltestelle Hornau Vereinshaus und die Eisenbahnfahrer gelangen in weniger als 10 Minuten vom Hornauer Bahnhof der Bahnlinie Frankfurt-Höchst / Königstein auf dem Weg durch die Straße An der Herrenmauer zum Ausgangspunkt der Wanderung.

An diesem historischen Platz erinnern die Gagernsteine an die berühmten Freiherrn von Gagern, die von 1818 bis 1866 hier in ihrem Hofgut wohnten, von dem heute nur noch das Gesindehaus steht. Sie waren Vorkämpfer für die Freiheit und Einheit Deutschlands und stellten 1848 den Präsidenten der ersten deutschen National-versammlung. Anlässlich 150 Jahrfeier wurde 1998 zu Ehren dieser Familie das Denkmal gegenüber der katholische Pfarrkirche St. Martin angelegt.

Wir überqueren mit unseren ersten Schritten auf einer kleinen Bogenbrücke mit dem Brückenheiligen St. Nepomuk den schmalen Liederbach und passieren das Gesinde-haus des ehemaligen Hofgutes, das heute der katholischen Gemeinde als Pfarrbüro dient, und die alte St. Martin Kirche, dem ältesten Kirchenbau Kelkheims aus dem Jahr 1725. Gleich danach biegen wir rechts in die schöne Hornauer Straße. Mit dem Haus Nr. 134, erbaut 1568, steht hier das älteste Fachwerkhaus Kelkheims. Gerade-aus stoßen wir bald auf den alten Friedhof. Hier befinden sich am zweiten Weg links die sehenswerten Grabstätten der Familie von Gagern. Vor dem Friedhof biegen wir nach einer rechts-links Kurve in die Straße Mainblick, die nach dem letzten Haus schnell zu einem schmalen Pfad wird. Der Straßenname verspricht zu viel. Statt der erwarteten Sicht auf den Fluß Main erhält man auf diesem Weg lediglich einen herrlichen Blick auf einen großen Teil von Kelkheim und Hornau mit den zwei Hausbergen Staufen und Rossert. Nach wenigen Minuten stehen wir vor der alles überragenden Kloster- und Pfarrkirche St. Franziskus, erbaut 1908 bis 1909 im neuromanischen Stil, gestiftet von Gräfin Julie von Quadt zu Wykradt. Wir gehen weiter und biegen vor dem ersten Wohnhaus halblinks in einen breiten Feldweg, der uns bald zu einer Straßenkreuzung und weiter zu dem Kelkheimer Friedhof führt. Wir gehen rechts vorbei, unterqueren die Bundesstraße 519, Hofheim - Königstein, und befinden uns jetzt im Tale des kleinen Schmiehbaches. Je höher unser Weg steigt, umso besser wird nach Süden unsere Aussicht auf die Ortschaften Niederhofheim, Ortsteil von Liederbach, Höchst mit den ehemaligen Farbwerken und auf Frankfurt mit seinem Hochhaus-Viertel. Klare Fernsicht ermöglicht bisweilen einen Blick auf die Berge der Mittelgebirge von Spessart und Odenwald. Ungefähr 300 m bevor unser Weg die stark befahrene Bundesstraße B 8 erreicht, steht am Wegrand ein Naturdenkmal in einer Streuobswiese, ein schöner Speierlingbaum, Sorbus domes-tica. Er ist eine seltene Wildobstart und überragt die benachbarten Apfelbäume um viele Meter und fällt hierdurch sowie durch seinen eigenartigen Wuchs besonders auf. Der Saft seiner unreifen Früchte wird beim Keltern in kleinen Mengen dem Apfelwein zugesetzt, damit er demselben eine goldene klare Färbung , einen herben Geschmack und eine bessere Haltbarkeit verleiht.

An dem Speierlingbaum machen wir kehrt, den hier beginnt unser ca. 2 km langer Rückweg, auf dem uns immer der Blaue Punkt, die Wegemarkierung des Taunusklubs, begleitet. An der nächsten Wegkreuzung trennen wir uns von der Markierung Schwarzer Punkt, der auf dem letzten Wegstück zusammen mit dem Blauen Punkt anwesend war, und lassen uns vom Blauen Punkt nach rechts lenken. Anfangs geht es ein Stück am Waldrand entlang, bis unser Weg nach links und bald wieder rechts in ein Gebiet mit Kleingärten und Streuobstwiesen führt. Ende April und Anfang Mai kann man sich hier in diesem Erholungsgebiet im Schmiehbachtal an der vollen Blütenpracht der zahlreichen Obstgehölze erfreuen. Dem breiten Weg folgend geht es sanft abwärts, bis wir im Tal den schmalen Schmiehbach fast unbemerkt queren und jenseits erst nur moderat, dann aber etwas steiler aufwärts gehen. Dabei passieren wir wieder unter einer Unterführung die Bundesstraße B 519 und 100 m weiter überqueren wir rechts/links die Königsteiner Straße. Ein schmaler Fußweg zwischen zwei Mauern der ersten Häuser von Hornau empfängt uns auf der anderen Straßenseite und führt zur Fasanenstraße, der wir nach rechts folgen. Zwischen den Häusern Nr. 13 und Nr.15 geht es dann auf einem Fußgängerweg links hinab zum Drosselweg. Ein Straßenname ist an dieser Stelle nicht vorhanden. Hier macht der Fußweg wieder einen Doppelknick, nach links/rechts geht es vor dem Haus Nr. 13 weiter abwärts bis der Weg abermals in einen Fußweg mündet. Wer einen steilen Treppenabgang nicht fürchtet, biegt rechts ab, um gleich danach links die steile Treppe mit der Markierung Blauer Punkt bis zur Hornauer Straße abwärts zu gehen. Im anderen Fall schwenkt man nach links und geht zwischen Gärten langsam stufenlos abwärts, um ebenfalls zur Hornauer Straße zu gelangen. In beiden Fällen geht es jetzt abwärts an dem alten Gasthaus zum Taunus mit der Haus Nr.146 (Mittwoch Ruhetag) vorbei. Hinter der bekannten Alten St. Martin Kapelle biegen wir links ab und sind somit wieder in der Rotlintallee am Ausgangspunkt der Wanderung.

Wanderlänge: ca. 5,5 km. Der Weg ist mit festem Schuhwerk bei jedem Wetter gut zu begehen. Fahrverbindungen zum Ausgangspunkt der Wanderung sind ab Kelkheim Bahnhof in Richtung Königstein u. a. Mo - Fr mit der Buslinie 806 um 12.36 Uhr meist halbstündlich und mit der Buslinie 804 um 13.08, 13.20, 14.18, 15.18 Uhr zu erreichen.

Einkehrmöglichkeit: Gasthaus zum Taunus in der Hornauer Straße, geöffnet von 11.00 - 14.30 Uhr und 17.30 - 24.00 Uhr. Ruhetag: Mittwoch, Tel. Nr. 06195 911234.

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