Frühlingswanderung zum Liederbachtal und Braubachtal

Wenn in der Natur das erste Grün und bei manchen Pflanzen sogar schon die Blüten erscheinen, bieten sich in der Umgebung von Fischbach zahlreiche bequeme Wanderungen an. Vielen Naturfreunden sind diese Wege bereits bekannt, auf denen sie die erste Wärme der Sonne im Frühjahr genießen. Die im folgenden beschriebene Strecke kann an den Haltestellen der Buslinie 806 der Frankfurt-Königsteiner-Eisenbahn AG in Fischbach am Bürgerhaus, am Haingraben und am Rettershof begonnen und beendet werden. Es empfiehlt sich jedoch am Bürgerhaus anzufangen, da hier die Markierung und auch die folgende Beschreibung beginnen und Autofahrer Parkplätze vorfinden.

Die ungefähr 10 km lange Wanderstrecke führt oft über aussichtsreiche Wege an Waldrändern entlang und weist in der beschriebenen Richtung keine größeren Steigungen auf und ist daher ohne Anstrengung in 3 1/2 Stunden zu gehen. Manchmal sind die Wege grasig und steinig. Einfache Wanderschuhe sind erforderlich.
 

Anfangs leitet uns am Rathausplatz in Fischbach die Markierung R2 am Bür-gerhaus vorbei und biegt vor den Parkplätzen der Staufenschule links ab, unter der B455 hindurch bis zu der Straße Haingraben und geht rechts bis zur Eppsteiner Straße, wo man an der Bushaltestelle Haingraben ankommt, und folgt weiter links/rechts der Markierung R2, am Friedhof vorbei und biegt nach ungefähr 300 m danach am Wegweiser Rettershof rechts ab. Kurz vor einer Wegschranke, die verhindern soll, daß dieser Weg von Autofahrern benutzt wird, gehen wir links anfangs etwas steil in den Feldweg und gelangen bald zu einem kleinen Wäldchen, die Halbehl. Dieses Wort führt man auf das althochdeutsche "Bühl" zurück, das soviel wie Hügel bedeutet. Tatsächlich befinden sich auf diesem Gelände 51 zum Teil deutlich sichtbare Grabhügel. Funde aus diesen Hügelgräbern bezeugen ihre Entstehung während der Bronzezeit ca.1500 Jahre v.Chr. Wir laufen weiter nach rechts ohne Zeichen zwischen Wald- und Feldrand, stets mit Blick auf die Vortaunuslandschaft, auf das im englischen Landhausstil in den Jahren 1884/85 erbauten Schloß Retters, auf das Hofgut mit einem Reiterzentrum und auf das beliebte Cafe-Restaurant "Zum fröhlichen Landmann". Auf vergrastem Weg geht es weiter bei offenen Streuobstwiesen am Waldrand entlang und ab einem Rechtsbogen leicht bergab bis auf einen befestigten Weg mit mehreren Markierungen. Hier beginnen wir dem Zeichen R6 nach links zu folgen. Überqueren dabei am Ortsrand von Schneidhain die B455 und gehen weiter in gleicher Richtung auf schmalem Weg am Waldrand bis wir auf einen breiten Querweg am Feldrand mit dem Zeichen Grüner Balken stoßen. Das sich hier bietenden Halbkreispanorama zeigt die höchsten Berge des Taunusgebirges, v.l.n.r. Kleiner Feldberg, 825 m, dicht daneben im Hintergrund Großer Feldberg mit Fernsehturm, 878 m, Altkönig, 798 m,

Im Vordergrund steht die Ruine der Königsteiner Burg, die während der Revolutionskriege von den französischen Truppen zerstört wurde. Von dem noch erhaltenen Burgturm hat man einen herrlichen Rundblick. Dahinter ist der runde Oberbau vom Bergfried der ehemaligen Falkensteiner Burg bisweilen mit einer Fahne über den Baumwipfeln des Falkensteiner Hains zu sehen. Viele kriegerische Einwirkungen, Witterungseinflüsse und Baumaterialdiebstähle machten aus der ehemaligen Ritter- und Raubritterburg eine Ruine. Sie ist im Besitz der Gemeinde. Von engagierten Bürgern und Vereinen wurde in der vergangenen Zeit dafür gesorgt, daß sie sich heute in einem guten Zustand befindet.

Nach wenigen Schritten parallel zu dem Quellgebiet des Braubaches, der dem Tal den Namen gibt, überqueren wir die einspurige Schienenanlage, auf der seit dem 20. Februar 1902 zwischen Höchst und Königstein der durchgehende Eisenbahnverkehr in Betrieb genommen wurde. Die Markierung Grüner Balken führt uns erst einmal in das Tal des noch jungen Braubaches und biegt auf der anderen Bachseite erst rechts und bald links ab, an obstbaumbestandenen Wiesen entlang und führt erneut an den Wald heran. Dabei ignoriert man den ins Braubachtal nach rechts weisenden R7 und geht leicht aufwärts mit Blick links auf die Kurstadt Königstein bis der Weg für ein kurzes Stück in den Wald einbiegt und wo wir den Grünen Balken verlassen. Unser Weg führt bergab weiter am Waldrand ins schöne Liederbachtal und rechts weiterhin ohne Zeichen am Waldrand entlang bis wir kurz danach wieder auf den Grünen Balken stoßen und mit ihm gemeinsam den links liegenden Landgasthof Rote Mühle erreichen. Die Gartenwirtschaft im Schatten der seltenen Speierling-Bäume und der gemütliche alte Gastraum in der Gaststätte am Liederbach laden den Wanderer und die kinderreichen Familien zur Rast ein. Der Vorgänger der Roten Mühle war eine im Jahr 1618 genehmigte und bald danach auch gebaute Mühle im Beidenauer Grund. Sie erhielt den Namen Beidenauer Mühle, deren Name heute noch häufig in Landkarten genannt wird. Der Name Rote Mühle besteht seit über 300 Jahren und hat nichts mit den roten Ziegeln gemeinsam, sondern hat seinen Ursprung wie der benachbarte Rodenberg von dem ursprünglichen Roden des Waldes. Von der Gaststätte führt ein Wiesenweg neben dem Liederbach in seinem natürlichen Bachbett mit den zahlreichen Windungen weiter bachabwärts. Bei feuchter Witterung empfiehlt es sich auf den parallel verlaufenden Waldrandweg auszuweichen. Beide treffen bald auf den weiterführenden Weg mit dem Zeichen R7. Auf diesem breiten Weg geht es in gleicher Richtung dem nahe gelegenen Ortsteil Hornau entgegen, biegt jedoch kurz vorher im spitzen Winkel rechts ab, überquert nochmals die Eisenbahnstrecke, passiert bald zwei Gebäude des Wasserwerks Kelkheim und biegt gleich danach vor einer großen Streuobstwiese in einen breiten Weg rechts ab. Vor dem Waldeintritt geht es auf einem schmalen Wiesenweg, der nach einigen Minuten sich in eine schmale Straße wandelt, weiter am Waldrand entlang. Wenn die Straße hinter der Tennishalle nach links abbiegt, führt uns ein breiter, gerader Weg halbrechts in den Wald.

Nach wenigen Schritten können wir in dem Mischwald, mehr auf der linken als auf der rechten Wegseite, manch schönes Exemplar von Süntelbuchen, Fagus silvatica süntelensis, sehn. Diese Bäume kommen praktisch nur im Süntelgebirge bei Hameln vor und stehen unter Naturschutz. Ihr Anblick ist überaus beeindruckend. Die kleinen Exemplare in diesem Wald von maximal 3 m Höhe und einem Kronendurchmesser von über 4 m sind annähernd stammlos. Sie besitzen Äste, die sich schlangenförmig winden und oft Schlingen bilden. Die Baumform ähnelt dem Hut eines übergroßen Pilzes.

Beim Waldaustritt blicken wir auf Fischbach mit seinen zwei Hausbergen Staufen, 451 m, und Rossert, 515 m. Zurück nach Fischbach geht es links auf einem breiten Weg, am Sportplatz vorbei und dahinter gleich rechts abwärts auf dem Sträßchen Grüner Weg in den Ort. Wir kommen hier in der Kelkheimer Straße an und erreichen mit wenigen Schritten nach rechts unsere Ausgangsstelle am Bürgerhaus.

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