Im späten Herbst von Fischbach durch den Rossertwald nach Eppenhain und durch Streuobstwiesen zum Rettershof
Den Spruch Eppenhain sei das Bergdorf von Kelkheim hört nicht jeder gern. Doch infolge der Abgelegenheit und der ruhigen Lage ohne Gewerbebetriebe und ohne eine Durch-gangsstraße inmitten einer fast unberührten Natur ist diese Bezeichnung ein sehr geschätz-tes Prädikat. Sein außerordentlich angenehmes Klima und sein hervorragendes Leitungs-wasser brachte Eppenhain sogar die Auszeichnung Staatlich anerkannter Erholungsort ein. Er ist mit seinen 460 m der höchste Ortsteil von Kelkheim. An dunstfreien Tagen reicht das großartige Sichtfeld von dem 30 m hohen Atzelbergturm weit über den Hintertaunus, in der nahen Umgebung zu den höchsten Gipfeln des Taunus, nach Frankfurt mit seinen Hochhäusern und auf der anderen Rheinseite zum Donnersberg, der mit seinen 687 m die höchste Erhebung der Pfalz bildet und gut an dem 207 m hohen Sendeturm des Südwestfunks erkennbar ist.
Die gute Luft hier oben war lange Zeit nur für die einheimischen Ortsbewohner vorhan-den. Aber als die Städte im Rhein-Main-Gebiet größer und wohlhabender wurden, zog es besser gestellte Familien an den südlichen Rand des Taunus und somit auch nach Eppen-hain, wenn auch nicht so zahlreich wie in andere bekannte Ortschaften. Ein pensionierter Schulmeister sorgte in diesem Ort für attraktive Voraussetzungen und bemühte sich um Feriengäste und auch um den Zuzug von wohlhabenden Neubürgern aus dem Rhein-Main-Gebiet. Zahlreiche prächtige Villen sind Zeugen dieser Zeit.
Zum Jahresende, wenn die Witterung oft nicht zu Spaziergängen verführt, sollte man trotzdem windstille Tage nutzen, die Zimmeratmosphäre gegen frische Waldluft zu tauschen. Die Bewegung in der frischen Luft zu dieser Jahreszeit ist sowohl gegen Erkäl-tungen als auch fürs allgemeine Wohlbefinden besonders empfehlenswert, auch wenn die Tage kürzer und damit die für Spaziergänge geeigneten Stunden seltener werden. Im folgenden wird hierfür als Beispiel eine 3 bis 4 stündigen Rundwanderung beschrieben. Für Kelkheimer Bürger entfällt hierbei eine Anfahrt oder ist nur für kurze Strecken erforderlich. Der herbstliche Wald von Ende Oktober bis Mitte November bietet bei angenehmen Temperaturen reizvolle Motive. Möglichkeiten zur Einkehr bestehen unterwegs genügend, und wer an Abkürzungen denkt, findet im Text entsprechende Hinweise.
Beginnen wollen wir in Fischbach und legen Eppenhain in den ersten Teil unserer Rundwanderung. Wenn jemand in der späten Jahreszeit noch nicht so früh loslaufen will, so kann er u.a. am Kelkheimer Bahnhof mit dem öffentlichen Bus 804 nach Eppenhain fahren und läuft dann den beschriebenen Weg 4 km verkürzt fast ohne Steigungen.
Von dem Parkplatz und der Bushaltestelle Bürgerhaus in Fischbach gehen wir Richtung evangelische Kirche und treffen kurz vorher auf das T des Taunushöhenweges und schließen uns dieser Markierung an, unter der Straßenbrücke der B 455 hindurch, ein kurzes Stück durch Fischbach und das anschließende Naturschutzgebiet Krebsbachtal, wo uns alsbald der Wald empfängt. Nach 15 minütigem Bergauf wechseln wir an einer großen Wegkreuzung halblinks auf einen Betonweg zu der Markierung Roter Milan. Dieser führt uns an den heimlichen Wiesen vorbei an eine Sechswegekreuzung, wir biegen hier zwischen dem Roten Milan und dem Gelben Strich auf einen unmarkierten leicht ansteigenden Forstweg der uns in eine schöne Streuobstwiese mit einem herrlichen Blick auf das oberhalb liegende Eppenhain bringt. Auf der Straße In den Wickgärten durchlaufen wir anfangs ein Villenviertel, danach auf die kurzzeitig steil aufwärtsführende Ehlhaltener Straße und erreichen den Dorfplatz mit schönen Fachwerkhäusern, dem ehemaligen Rathaus mit dem August-Gasser-Brunnen und dem Gasthaus "Zum Grünen Baum". Weiter aufwärts an der Kirche vorbei treffen wir an der Straße Schulweg vor dem Restaurant-Café "Haus Rossert" den Gelben Strich, der uns jetzt längere Zeit begleitet. Wenige Meter hinter dem Ort weist ein Wegweiser zu dem nur wenige Minuten von unserem Weg entfernten Atzelbergturm auf dem 506 m hohen Atzelberg. Ein sich lohnender Abstecher. Aber die 162 Treppenstufen wollen erklommen werden. Von ihm blickt man auf eine beeindruckende Mittelgebirgslandschaft. Wieder auf unserem Weg mit dem Gelben Strich zurück, geht es jetzt ungefähr eine Viertel Stunde leicht abwärts bis wir nach dem Überqueren der Straße von Glashütten-Schloßborn auf den Wanderparkplatz Landsgraben gelangen. Von diesem schwenken wir rechts abwärts auf einen Pfad, an einem Wasserbehälter der Entsäuerungsanlage Ruppertshain vorbei direkt an der Haltestelle "Am Rosenwald" der Buslinie 804. Wir biegen ohne Markierung links ab und gelangen an das große Gebäude einer ehemaligen Heilstätte, überqueren die Straße und schreiten abwärts links von diesem Gebäude in eine schmale Straße, die anfangs den Eindruck einer Hofeinfahrt macht. Ihr folgen wir, verlassen bald den Wald und weiter geradeaus durch ein großes Wiesengebiet und weiter abwärts ohne Markierung, bis wir an der Schönwiesenhalle, eine Mehrzweckhalle des Ortsteiles Ruppertshain, auf den Grünen Strich stoßen, der uns bis zum Rettershof den Weg durch eine abwechselungsreiche Landschaft zeigt. Dort angekommen, können wir uns entscheiden ,ob wir mit dem Grünen Strich links abbiegen, um im gemütlichen Landgasthof und Café "Zum fröhlichen Landmann" einzukehren und/oder zu der nicht weit entfernten Haltestelle der Buslinie 806 zu gehen. Wenn wir uns für den Weg nach Fischbach entscheiden, so führt uns ein befestigter Weg zwischen Feldern mit Blick auf die Hausberge von Kelkheim – Staufen 451m, Fischbacher Kopf 320 m, Rossert 515 m, Eichkopf 563 m - in einer dreiviertel Stunde nach Fischbach zum Parkplatz oder einer Bushaltestelle zurück.
Wanderlänge: 13 km (mit Abstecher), der Weg ist für das Begehen mit festem Schuhwerk gut geeignet.. Fahrtverbindung von Kelkheim über Fischbach nach Eppenhain: Buslinie 804 ab Kelkheim Bhf 9.18, 10.18; Mo - Fr meist stündlich. Buslinie 806 ab Rettershof an der B455 über Fischbach nach Kelkheim 14.30; 14.55; 16.25; Mo – Fr meist halbstündlich. Einkehrmöglichkeiten: Gasthof "Grüner Baum" Tel.06198 8686, Ruhetag: Mittwoch; Restaurant Café "Haus Rossert" Tel.06198 8630, Ruhetage: Montag u. Dienstag; Landgasthof und Café "Zum fröhlichen Landmann" Tel.06174 21541, Ruhetag: Dienstag.
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